Das Fleisch zischt leicht, als es in die heiße Brühe getaucht wird. Die Flüssigkeit köchelt und dampft, buntes Gemüse und dicke Weizennudeln ziehen darin, bis sie gar sind. In Japan ist Nabe (Hot Pot oder Feuertopf) eines der beliebtesten Wintergerichte. Nicht nur, weil es köstlich schmeckt und an kalten Tagen herrlich wärmt, sondern auch, weil es ein schönes Gemeisnchaftserlebnis ist. Due kannst es dir vorstellen wie Fondue. Alle sitzen zusammen um einen dampfenden Topf, geben ihre Zutaten hinein und genießen sie frisch gegart mit verschiedenen Dips und Beilagen. Besonders beliebt sind die Varianten Yose-nabe, Sukiyaki und Shabu Shabu. Wir erzählen dir, was es genau mit japanischem Fondue auf sich hat und wie du selbst zu Hause eines mit Freunden und Familie zubereiten kannst.
Foto: MUSUBI KILN, flickr, CC BY-SA 2.0
Drei japanische Hot-Pot-Varianten
apanische Hot-Pot-Gerichte heißen generell Nabemono („Dinge aus dem Topf“) oder kurz Nabe („Topf). Dabei ist nicht irgendein Top gemeint. Für die Zubereitung wird traditionell ein Donabe verwendet, ein robuster Keramiktopf, der direkt auf eine offene Flamme oder mobile Kochplatte gestellt wird. Er speichert die Wärme besonders gut, sodass das Essen auch nach dem Abschalten der Hitze lange warm bleibt.
Im Gegensatz zu einem Fonduetopf, der vielleicht ein bis zwei Mal im Jahr zum Einsatz kommt, ist der Donabe sehr vielseitig. Er kann den Reiskocher ersetzen, eignet sich für Schmorgerichte und kann sogar zum Brotbacken verwendet werden. Am häufigsten aber wird er zum Feuertopf. Dabei gibt es natürlich unzählige Verianten. Drei der beliebtesten sind:
1. Yose-nabe – klassischer, japanischer Feuertopf
Yose-nabe ist die häufigste Form des japanischen Hot Pots. Die Brühe wird meist mit Grundzutaten wie Sojasoße, Miso oder Dashi gewürzt. Dann kommen verschiedene Zutaten hinein: Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte, Tofu, Pilze, Chinakohl und Glasnudeln – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Yose-nabe folgt keinen festen Regeln. So kann es jeder nach seinem eigenen Geschmack gestalten.
Tipp: Du kannst am Ende gekochten Reis und rohe Eier in die Brühe geben. So entsteht eine herzhafte Suppe, die du auch am nächsten Tag noch einmal aufwärmen kannst.
2. Sukiyaki – süß-herzhafter Genuss
Sukiyaki wird in einer Mischung aus Sojasoße, Mirin, Zucker und Sake zubereitet, die für eine süß-salzige Note sorgt. Anders als bei anderen Fonduevarianten wird bei Sukiyaki das Fleisch zunächst im Donabe angebraten, bevor die Sauce und weitere Zutaten wie Gemüse, Tofu und Shirataki-Nudeln hinzugefügt werden. Eine weitere Besonderheit ist der Eier-Dip: Sobald die Zutaten in der Brühe durchgezogen sind, werden sie vor dem Essen noch kurz in verquirltes, rohes Ei getaucht.
Tipp: Achte darauf, dass du nur tagesfrische Eier verwendest.
3. Shabu Shabu – japanisches Fondue
Shabu Shabu ist unserem Fondue am ähnlichsten. Dünne Fleischscheiben – meist Rind oder Schwein – werden kurz in eine leichte Dashi-Brühe gehalten und dann direkt mit Ponzu (Sojasoße mit Zitrusnote) oder Sesam-Dip genossen. Der Name „Shabu Shabu“ kommt vom Geräusch, welches das Fleisch macht, wenn es durch die heiße Brühe gezogen wird. Dazu gibt es Gemüse, Pilze und Tofu. Nach dem Essen werden oft noch Udon-Nudeln in der Brühe gegart.
Tipp: Das Fleisch sollte hauchdünn aufgeschnitten sein. Das lässt du am besten direkt bei einem Metzger machen..
Gemeinsamkeiten und Unterschiede zum westlichen Fondue
Auch wenn Nabe und Fondue beide für geselliges Essen am Tisch stehen, gibt es einige entscheidende Unterschiede. Während beim westlichen Fondue oft jeder seine eigene Gabel oder seinen Spieß hat, werden bei Nabe alle Zutaten direkt in den gemeinsamen Topf gegeben. Sind die Zutaten fertig gegart, nimmt sich jeder mit seinen Stäbchen eine Portion auf einen kleinen Teller.
Ein weiterer Unterschied ist die Art des Garens: Beim klassischen Käse- oder Öl-Fondue werden Zutaten einzeln gegart, während bei Nabe oft eine Vielzahl von Zutaten gleichzeitig im Topf köchelt, wodurch die Brühe mit der Zeit immer geschmackvoller wird. Nach dem Essen wird die aromatische Brühe oft weiterverwendet, indem man sie mit Nudeln oder Reis ergänzt.
Rezept: Shabu Shabu mit Sesam-Dip
Wenn du beim Lesen Lust bekommen hast, selbst ein Nabe für dich und deine Freudne oder Familie zuzubereiten, kannst du es mit dieser einfachen Shabu-Shabu-Variante versuchen. Ein Donabe ist dafür natürlich ideal. Wenn du aber keinen zur Hand hast, kannst du auch einen anderen großen, flachen Topf verwenden. Je dickwandiger umso besser, damit die Hitze sich gleichmäßig verteilt und lange hält.
Zutaten (für 4 Personen):
- 400 g Rindfleisch (z. B. Entrecôte oder Hüfte, hauchdünn (!) geschnitten)
- 1,5 Liter Dashi-Brühe
- ½ Chinakohl, in Streifen
- 1 Bund Frühlingszwiebeln, in 5 cm lange Stücke geschnitten
- 200 g Shiitake- oder Enoki-Pilze
- 200 g fester Tofu, gewürfelt
- 200 g Udon-Nudeln (optional)
Sesam-Dip:
- 3 EL Sesampaste (Tahini oder japanisches Nerigoma)
- 2 EL Sojasoße
- 1 EL Reisessig
- 1 TL Zucker
- 1 TL geriebener, frischer Ingwer
- 1 EL Wasser zum Verdünnen
Zubereitung:
- Brühe vorbereiten: Dashi-Brühe in einem Donabe oder einem großen Topf erhitzen.
- Zutaten vorbereiten: Gemüse, Pilze und Tofu auf einer Servierplatte anrichten.
- Dip anrühren: Alle Zutaten für den Sesam-Dip gut vermischen.
- Zutaten in die Brühe geben: Jetzt geht es los. Gib einen Teil der vorbereiteten Zutaten (außer dem Fleisch) in die Brühe. Immer wieder Nachlegen nicht vergessen.
- Shabu Shabu genießen: Das Fleisch kurz in die heiße Brühe tauchen, bis es rosa ist. Dann mit Dip und Beilagen nach Geschmack genießen.
Fazit
Japanischer Hot Pot ist einfach gemacht und eine tolle Alternative zu westlichem Fondue. Es ist alltagstauglich und wirklich perfekt für kalte Wintertage. Ob Yose-nabe, Sukiyaki oder Shabu Shabu – schnapp dir einen Donabe und lade deine Freunde ein! Alle Zutaten für die unterscheidlichen Brühen findest du wie immer in unserem Onlineshop für japanische Lebensmittel.